Samstag, 11. Juni 2011

Warum war das Waffelbacken ein Erfolg?

Die Waffeln waren sehr beliebt und es hatte genau den Effekt erzielt, auf den wir gesetzt hatten. Zunächst  durfte sich jeder mit Hilfsgütern eindecken und dann konnte wer wollte, noch bei einer Tasse Kaffee und leckeren Waffeln mit uns ins Gespräch kommen. Natürlich ist nicht jeder geblieben, aber ich war erstaunt, wie offen die Menschen waren und wir manche gute Gespräche führen konnten. Ein Teil des Teams  war ständig mit dem Waffelbacken beschäftigt und die anderen aber setzten sich an die Tische zu den Leuten. Es hat mich beschämt zu erfahren, wie die meisten nun in ihrer Not selbst zusehen müssen, wie sie zu recht kommen. Viele wohnen noch in provisorischen Unterkünften. Unter den Betroffenen aus Kesennuma sind auch viele Fischer. Mütter haben mir erzählt, das sie alles verloren haben: ihre Häuser, Autos und allen Besitz. Ihre Männer sind teilweise auch noch arbeitslos geworden. Eine Frau kam und  berichtete, dass sie auch eines ihrer drei Kinder, das Mittlerste verloren hat. Sie sagte mir, dass sie unlängst ihr Haus gebaut hätten und ihr nun nichts als Schulden geblieben sind. Sie hat es besonders hart getroffen und fängt nun nach dem schweren Beben nicht bei Null an, sondern auch noch mit einem dicken Minus. Da kann ich die unter uns verstehen, die sagen: „das Leben sei unfähr“. Was die Betroffenen da durchmachen ist einfach unvorstellbar und sehr sehr hart. Ich hab ihr meine Adresse hinterlassen und hoffe, dass sie sich meldet. 
Und dann am dritten Tag hat sich ein Mann, Herr Oika, er ist ein Fischer, für ein Leben mit Jesus entschieden. Er kam an allen drei Tage und führte mit den Studenten und einem unserer Lehrer gute und lange Gespräche. Und am letzten Tag hat er dann sein Leben in Gottes Hand gelegt. Welch eine Freude. 
Die Losungen in diesen Tagen waren ermutigend und treffend: 
Mittwoch, den 11. Mai : Siehe es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören; dass sie hin und her laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden.  Amos 8, 11-12 
Donnerstag, den 12. Mai: du allein kennst das Herz aller Menschenkinder. 1. Könige 8,39
Freitag, den 13. Mai: Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äussersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Psalm 139
Mein Mitarbeiterteam und Gemeindegeschwister
Ich bin gewiss, dass auch bei den anderen Gästen der positive Eindruck bleibt: hier in der Gemeinde in Kesennuma sind Menschen, die sich gegenseitig helfen und füreinander einstehen. Danke für alle Eure Gebete. Auch besonders für die Pastoren vor Ort und die Gemeindegeschwister. Sie sind alle in diesen Tagen sehr gefordert. 
Am späten Abend ging´s dann nach dem Aufräumen zurück in unser Quartier, einem Gemeindehaus in Sendai, wo wir uns alle selbst versorgt haben. Danach krochen wir tot müde in unsere Schlafsäcke und waren dankbar, dass wir den Notdürftigen helfend zur Seite stehen konnten.  Alle Achtung gilt meinen Studenten! Sie haben diesen Einsatz vorbildlich gemeistert. 
Es gäbe noch viel zu berichten, wenn ich mehr Zeit habe versuche ich das im Blog zu veröffentlichen. Im Moment habe ich aber wieder alle Hände voll zu tun mit dem Unterricht und den verschiedenen Klassen. Deshalb kommt mein Bericht auch erst verspätet.
Herzlichen Dank für alle Eurer geistliche Unterstützung und die Spenden. Sie werden nach wie vor dringend gebraucht und die Hilfsversorgungen werden noch länger nötig sein.  Der Herr segne Euch für Eure grosszügige Hilfsbereitschaft.